Zitronenfrische

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Ästhetik des Plastiks_Umklammerung
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Shadow

ZITRONENFRISCHE

Sehnsucht nach Gelb, nach Zitronenfrische – ein Sommerrausch. Der Duft von Zitronen, von Meer, von Sommer und Frische.

Auf den Bildern entfalten sich kraftvoll dynamische, kompositorische Experimente mit allerlei Kreatürlichem und Figürlichem. Ein Ausloten von Möglichkeiten, gepaart mit der unendlichen Neugierde auf neue Welten. Eine Neugierde, die uns innewohnt und uns wohl auch bis zu einem gewissen Grad ausmacht. Die immer wiederkehrende philosophisch-anthropologische Frage danach, wer oder was wir sind.

Wir wollen wissen, wir wollen experimentieren, wir forschen nach Ursachen, versuchen, Dinge zu kombinieren und komplexe Systeme zu durchschauen. Oder wie der Physiker Dirk Brockmann in seinem Buch „Im Wald vor lauter Bäumen“ schreibt, die zugrundeliegenden essentiellen Phänomene aufzudecken und Ähnlichkeiten mit vordergründig nicht zusammengehörenden Systemen zu entdecken. Die auf den Bildern entstehenden Verbindungen werden mittels charakteristischer Linienführung, die sich oft auch flächig präsentiert, auf die Leinwand gebracht. Ein rhizomartiges Netzwerk von Fähigkeiten und Inspirationen. Gepaart mit dem Forschen und der Lust auf Entdeckung beinhaltet dies eine ungeheure Kraft und auch einen Zauber. Damit wird man zum Suchen und Finden sowie zum Staunen im besten Sinne eingeladen.

Nach Jahren des Experimentierens entführt die Künstlerin Birgit Schweiger die Betrachter*innen in eine gelungene Fusion aus Ölmalerei und Zeichnung — als Erweiterung ihres zeichnerischen Oeuvres in Zitronenfrische. Die teilweise großformatigen Arbeiten zeigen und beschreiben den assoziativen Gedanken- und Gefühlsprozess der Künstlerin während ihrer Arbeit.

Die bereits bekannten grafischen, oft beinahe comic-haften Werke werden begleitet von fantastischen Gestalten in Öl, von Flächen, die ein Darüber und Darunter erkennen bzw. erahnen lassen. Ein Davor und Dahinter, ein Ausloten von Möglichkeiten als künstlerischen Schaffensprozess. Pure Lebensfreude in zitronig frischem Gelb — die Früchte eines Entwicklungsprozesses.

Mit diesen zitronenfrischen Werken könnte man aber auch den klassischen Bereich der Kunst- und Wunderkammer mit seinen Naturalia, Mirabilia, Artefacta, Scientifica, Anitquites und Exotica zu einer Einheit verbinden, wie es in der Münchner Kunstkammer von Samuel Quicchelberg in seinem Traktatus beschrieben wurde.

Erstmals werden diese Bilder im März 2024 präsentiert in der Galerie Seidler in Linz.

Birgit Schweiger 2024